Ich weiss nicht genau, wann es passiert, aber plötzlich ist ein neues Thema da. Und ab diesem Moment verhält sich mein Gehirn so, als gäbe es absolut nichts Wichtigeres mehr auf der Welt.
Normale Menschen entdecken vielleicht ein neues Hobby und denken sich: „Interessant, das probiere ich irgendwann mal aus.“
Mein Gehirn reagiert eher wie:
„Wir müssen sofort alles darüber wissen. Sofort.“
Dann beginnt eine sehr spezifische Phase. YouTube-Videos werden geschaut, Reddit-Threads gelesen, Webseiten verglichen und plötzlich weiss ich mehr über ein Thema, das mich gestern noch überhaupt nicht interessiert hat, als eigentlich notwendig wäre.
Das Problem ist: Mein Gehirn unterscheidet nicht besonders gut zwischen einer kleinen Neugier und einer neuen Lebensmission.
So entstehen dann Situationen, in denen ich um zwei Uhr morgens tief in einem Forum über mechanische Tastaturen, 3D-Drucker, Productivity-Apps oder irgendwelche obskuren Gadgets sitze und völlig überzeugt bin, dass genau dieses Thema mein Leben verändern wird.
Für ungefähr acht Tage.
Das Faszinierende daran ist, dass sich diese Begeisterung jedes Mal komplett echt anfühlt. Nicht gespielt, nicht oberflächlich. Wenn mich etwas interessiert, dann richtig. Menschen sagen mir oft, dass man mir ansieht, wenn ich für etwas brenne. Und ich glaube, genau das passiert in diesen Phasen.
Mein Gehirn liebt neue Möglichkeiten. Neue Systeme. Neue Ideen. Neue kleine Welten, in die man eintauchen kann.
Manchmal bleibt etwas davon langfristig. Viele meiner Projekte sind genau so entstanden. Andere Interessen verschwinden wieder fast so schnell, wie sie gekommen sind.
Früher dachte ich, das sei ein Problem. Heute sehe ich es entspannter.
Nicht jede Begeisterung muss produktiv sein. Nicht jedes Interesse muss monetarisiert werden. Und nicht jede Idee muss ein fertiges Projekt werden.
Manchmal ist es genug, sich einfach kurz komplett für etwas zu begeistern.
Auch wenn man drei Wochen später plötzlich überzeugt ist, dass man eigentlich unbedingt einen Mini-Plotter braucht.
